Mittwoch, 22. September 2010

Kaffeesuche in Kalifornien

Die Kaffeesuche in Kalifornien gestaltet sich als nicht sehr schwierig: alleine in der ca. 60'000 Einwohner "kleinen" Stadt Palo Alto gibt es acht Starbucks. Es kommt soweit, dass wir (aus Bequemlichkeit?) kurz zum Starbucks fahren und danach die Lattes "zu Hause" geniessen.

Wegen diesem ungewohnten "Überfluss" wird es wieder interessant, die kleinen, netten Cafes zu entdecken. Zum Beispiel das UNIVERSITY CAFE in Downtown Palo Alto.

BTW: Als Nouveauté im Hause Steiner gibt es eine Nespresso Maschine. Mit 16 verschiedenen Sorten Kapseln Made in Switzerland...

Dienstag, 21. September 2010

Yosemite Nationalpark

Der Yosemite Nationalpark ist der Park in Kalifornien mit der höchsten Anziehungskraft. Auch ausserhalb der Saison (resp. nach dem Labor Day) sind immer noch alle Campgrounds voll besetzt und auf Wochen hinaus ausgebucht. Ähnlich wie im Zion besuchen bis zu 3 Millionen Besucher den Park. Das Highlight des Parks ist das Yosemite Valley mit den steilen Granitwände und vielen Wasserfällen.

Beim Mirror Lake resp. dem ausgetrockneten Mirror Lake

Half Dome

Das Yosemite Valley vom Tunnel Aussichtspunkt aus

Der Half Dome vom Glacier Point aus

El Capitan - Ein Paradies für Kletterer

Der (fast ausgetrocknete) Vernal Fall

Mit Glück können wir einige Tage im voraus die erste Nacht auf dem Lower Pines Campground direkt im Yosemite Valley reservieren. Ein nochmaliges Überprüfen der Reservation am Tag der Anreise birgt noch grösseres Glück: wir können noch drei Nächte anhängen (diesmal auf dem Upper Pines Campground), obwohl mir die Dame am Telefon von der Registrierungs-Stelle einige Tage im voraus mitgeteilt hat, dass im Valley und auch auf den weiter entfernten Campgrounds des Parks alles ausgebucht sei. Ich atme auf – ich hatte mir schon Sorgen gemacht...

So fahren wir recht entspannt und voller Freude in den Park. Auch die schmale und sehr kurvige Strasse zwischen Parkeingang und Campground kann unsere Freude nicht verderben. Auch hier wird eifrig an den Strassen gebaut. Da wir am Sonntag in den Park fahren ruhen glücklicherweise die Arbeiten und wir kommen ohne Verzögerung voran. Der Tunnel kurz vor dem Yosemite Valley ist die letzte Hürde: ein Schild am Eingang meldet, dass die Tunneldecke „nur“ 10 Fuss und einige Inches hoch sei. Unser Motorhome ist jedoch 12 Fuss hoch... Wir sehen aber, dass die Tunneldecke nur ganz auf der rechten Seite tiefer ist. Ich fahre also ein bisschen weiter links als erlaubt und so meistern wir diese Hürde problemlos.

Auf dem Weg zum Campground fahren wir ein erstes Mal an den gigantischen Granitfelsen vorbei. Das Tal ist so schmal und die Felsen so hoch, dass mir die Alkove des Motorhomes die Sicht versperrt. Ich will unbedingt mehr sehen. Die nächsten drei Tage verbringen wir also mit wandern, Fahrrad fahren, baden im Merced River und Köpfe-nach-oben-verdrehen.

Auf unserer Velotour im Yosemite Valley


Verena mit dem 1-Gang Cruiser (fast) ohne Bremsen (resp. nur mit Rücktritt)

Wer ist der Chef?

Start zu unserer Wanderung zu dem Vernal Fall (noch mit Pullover und Kappe)

Schon bald geht es steil bergauf

Nach getaner Arbeit resp. 3 Meilen Fussmarsch und 1'000 Höhen-Fuss hoch und wieder runter

Neid beim Futternapf

Hirsch im Rückspiegel (beim Curry Village Parking Lot)

Sonntag, 19. September 2010

Sequoia & Kings Canyon Nationalparks

Diese Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum). Sie wollen uns zuerst nicht zu sich lassen. Eigentlich möchten wir die Sequoia Wälder mit einigen der weltweit grössten Bäumen besuchen. Doch auf der Südseite des Nationalparks wird an der Strasse gebaut.

Randnotiz: Fast in jedem grösseren (National-) Park werden im Moment die Strassen „renoviert“. Warum ausgerechnet dieses Jahr? Der U.S. Congress hat ein „Put America to Work“ Programm gestartet und zudem viele Dollares für die Erneuerung der Park Infrastruktur bereitgestellt. Bis auf die besagten Strassenarbeiten haben wir noch keine grossen Resultate gesehen...

Zurück zum Sequoia: Unser Motorhome ist als zwei Fuss zu lange und wir können die besagte Baustelle nicht passieren (da die Strasse sehr kurvig und nur einspurig befahrbar ist). Wir müssen einen 5-stündigen Umweg in Kauf nehmen, um von der Nordseite via Kings Canyon in den Park hineinzufahren.  Der Umweg hat sich trotzdem gelohnt; denn die Bäume sind beeindruckend gross.  Dichter Nebel am ersten Tag verstärkt noch den Eindruck.



Der General Sherman Tree (hier nicht abgebildet) im Sequoia Nationalpark gilt als der grösste (resp. voluminöseste) Baum der Welt und wiegt ca. 1‘300 Tonnen. Es gibt sowohl höhere Bäume, als auch Bäume mit grösserem Umfang des Stamms, aber dieser hier ist einfach ein Monster.




Sequoia "Grundriss":

Der Bär, der uns überrascht hat und in die Baumkrone "verschwindet"

Unsere Arme sind einfach zu kurz...

Ein Sequoia "Monarch" in voller Grösse:

Sven mit einem riesigen Redwood Zapfen:

Jaël klettert auf einem umgestürzten Sequoia:

Freitag, 17. September 2010

Las Vegas

Vom Grand Canyon aus fahren wir westlich Richtung Kalifornien. Wir müssten schon fast einen Umweg machen, um nicht nach Las Vegas in Nevada zu gelangen. Darum fahren wir hin und bleiben drei Nächte im Hotel Luxor. Es ist unglaublich heiss (wie bereits in früheren Posts berichtet). Die Temperaturen liegen tagsüber immer über 40°C und sinken in der Nacht nicht unter 33°C.

Die grossen Hotel & Casino Resorts sind unglaublich laut und „Bling Bling“. Sich in den unendlichen Gängen zu verirren ist ein Leichtes. Mehrere Hotels sind unter- oder oberirdisch verbunden, ohne das man je Tageslicht zu sehen kriegt. So „wandern“ wir vom Luxor aus Richtung Mandalay Bay und sind locker 20 Minuten unterwegs bis wir im Shark Reef Aquarium eintreffen. Leider sind wir zu früh und das Aquarium noch geschlossen. Also wandern wir wieder zurück...

Wenn (überhaupt) wir uns draussen „bewegen“, dann im Schatten eines grossen Hotels oder im Taxi. Wir haben an einem einzigen Tag noch nie soviel Geld für Taxis ausgegeben... Die eine Taxifahrerin klärt uns über die aktuelle Situation auf: wenn die Wirtschaft gut gehen würde, hätte man Mühe ein Taxi zu finden. Wir kriegen aber immer problemlos ein Taxi für die ganze Familie: Vor dem Hotel warten die Taxis in einer langen Reihe auf Gäste. Damit ist wohl alles gesagt über die „Economies“ in den Staaten...

Der Las Vegas Strip:

"Unser" Luxor:

New York New York:

Excalibur:

Paris:

Bellagio:

Crystals:

Grand Canyon

Von Page aus haben wir ja bereits die Nordseite des Grand Canyon besucht. Nach dem wir Page nun endlich und endgültig verlassen haben, fahren wir noch auf die tiefergelegene Südseite des Grand Canyon. Wie in allen grossen und beliebten Parks gibt es auch hier einen Gratis-Shuttle-Bus, der entlang des South Rim fährt und bei den schönen Aussichtspunkten anhält. Da einige Strassen für den privaten Verkehr gesperrt sind, benutzen wir das kostenlose Angebot sehr gerne und fahren östlich bis zum Yaki Point („Grüne“ Linie) und westlich bis zum Mohave Point („Rote“ Linie).



Wir haben bereits am Dead Horse Point und in Canyonlands wunderschöne Canyons gesehen. Daher sind wir bereits ein bisschen Canyon „gesättigt“, versuchen aber trotzdem dem Grand Canyon unvoreingenommen zu begegnen. Nach einer steilen Wanderung zum Ooh-aah Point auf dem South Kaibab Trail sind wir aber endgültig vom Grand Canyon begeistert.

Abendstimmung am Mather Point:

Richtung Westen:

Und Richtung Osten:

Ooh-aah Point auf dem South Kaibab Trail:

Der Colorado River vom Mohave Point aus:

Verena auf der Plattform am Mohave Point:

Palo Alto

Aktuelle Meldung aus dem Westen: Wir sind gut in Palo Alto und bei Steiner’s eingetroffen. Wir schätzen die Gastfreundschaft unserer lieben Hostfamily und machen uns sofort „breit“ in dem schönen grossen Haus.

Da wir jetzt (dank Oli’s WLAN) wieder vermehrt „online“ sind, werde ich nach und nach noch (verspätet) ein paar Posts und Bilder zu den vergangenen Tagen und Wochen einstellen.

Sonntag, 5. September 2010

Temperatursturz & Labor Day Weekend

Gestern noch, auf dem Las Vegas Strip, hatten wir Aussentemperaturen von 109°F (43°C) und bereits heute, am Pazifik nördlich von Los Angeles, nur noch 75°F (24°C). Ein richtiger Klima-Schock...

Wir mussten seit langem wieder mal den Pullover hervornehmen, um draussen das Nachtessen einzunehmen.

Zudem haben wir heute, fast aus Verzweiflung, den bisher teuersten Campground gebucht: 66$ für eine Nacht. Und dabei liegt der Campground gerade neben dem Freeway. Nicht gerade gemütlich. Aber wir sind selber schuld und froh, dass wir überhaupt einen Platz gefunden haben. Das kam so:

Wir haben nicht bedacht, dass der Amerikanische Feiertag, der Labor Day, ein Montag ist und vermutlich alle Amerikaner irgendwo am campieren sind. Wir suchen also am Sonntag in mehreren State Parks nach einem freien Platz. Vergebens. Und eine Reservierung haben wir diesmal auch nicht. In Malibu wäre der günstigste Platz auf einem privaten RV Park (mit Elektrizität, Wasser und nur "Berg"-Sicht) auf 98$ zu stehen gekommen. Dieses Angebot haben wir sofort in den Wind geschlagen und sind weitergefahren...

In Ventura, einem hübschen Städtchen ein bisschen weiter nördlich, finden wir einen RV Park mit moderateren Preisen. Wir haben Glück und erhalten den letzten Platz für ein Motorhome dieser Grösse. Wir parken ein und sind erstaunt: es ist viel los. Von überall her schwirren spanische und englische Sprachfetzen zu uns rüber, laute Musik tönt über den Platz und viele Lagerfeuer brennen. Unsere Laune bessert sich schlagartig: wir hatten noch nie einen so "lebendigen" Campground. Ende gut - alles gut.

Horseshoe Bend

Nachtrag für Karin :-)

Als wir Page Richtung Grand Canyon South Rim verlassen haben, besuchten wir noch kurz die beeindruckende Schleife im Colorado River namens Horseshoe Bend.


Freitag, 3. September 2010

Valley of Fire / Fire Wave

Es ist schon erstaunlich, wie uns die Natur manchmal überrascht. Wir leben im 21. Jahrhundert und denken alle „Wunder“ sind bereits mit Asphalt-Strassen erschlossen. Falsch gedacht. Es gibt sie noch: die Geheimtipps, nur ein paar hundert Meter von der Strasse entfernt. Und doch fahren die meisten Touristen ahnungslos vorbei.

Ich spreche von der „Fire Wave“ im Valley of Fire State Park in Nevada, etwa eine Autostunde nördlich von Las Vegas. Die Fire Wave sieht aus wie ein Vanille-Erdbeer IceCream: mit weissen und feuerroten Streifen.


Doch nun der Reihe nach: Bereits vor über einer Woche empfehlen uns deutsche Bekannte das Valley of Fire als sehenswertes Tal unweit von Las Vegas. Hansueli und dieser Internet Artikel wecken das Interesse an der Welle. Diese Welle, ohne Permit und ohne lange Wanderung erreichbar, soll quasi als Ersatz für „The Wave“ in der Paria Wilderness Area dienen, die für uns „unerreichbar“ ist.

Wir fahren also hin und wollen eigentlich auf dem Campground des State Park übernachten. Wir bezahlen auch bereits die Gebühr. Doch dann hat Verena Zweifel, ob es vernünftig ist, bei dieser Hitze in der Wüste zu übernachten. Wohlverstanden: unsere Klimaanlage vermag es kaum das Motorhome zu kühlen: die Temperatur sinkt im Innenraum nicht unter 93°F (34°C). Wir haben eine „Excessive Heat Warning“ für 105°F (41°C). Eine erstaunliche Hitzewelle für diese Jahreszeit. Wir lassen die Vernunft walten, erhalten die Gebühr zurück und buchen vom Visitor Center aus telefonisch eine weitere Hotelnacht in Las Vegas.

Doch dann, am späteren Nachmittag, fahren wir hin – zu dieser Welle. Da es für die Kinder schlicht zu heiss wäre, den knapp 1km langen Weg an der prallen Sonne zu wandern, beschliessen wir, dass ich alleine hingehe. Verena hat wieder mal die Aufgabe auf die Kinder aufzupassen. Vielen Dank! Diesmal in einer kleinen Sardinenbüchse mit 24 Fuss Länge eingesperrt... Wir parken am Strassenrand und lassen den Generator und die Klimaanlage auf vollen Touren laufen. Ich mache mich auf den Weg: mit Kamera, Stativ, zwei Liter Wasser und ein paar salzigen Chips. Ich suche den Einstieg und finde einen kleinen Pfad mit Fussspuren. Ich folge dem Pfad und schon bald ist klar, wohin der Weg führt. Die Felsen weisen immer stärker diese eigentümliche weiss-rote Maserung auf. Ich finde die Fire Wave und bin begeistert. Ich mache ein paar Aufnahmen während der Schweiss von mir tropft. Nach einer Weile an der Sonne fühlt sich sogar die Kamera und das Objektiv sehr heiss an.



Bald mache ich mich auf den Rückweg, damit meine liebe und geduldige Familie nicht zu lange warten muss. Das Stativ geschultert komme ich zurück auf den Scenic Drive. Neben mir halten Autos direkt auf der Strasse und die Insassen machen aus dem geöffneten Fenster ein paar Aufnahmen von den roten Felsen. Irgend ein spezielles Motiv muss es hier doch geben, wenn jemand so auf der Strasse herumläuft. Oder? So geht das.

Donnerstag, 2. September 2010

Page, Arizona

Wer hätte gedacht, dass diese Wüstenstadt soviel bieten kann. Ich spreche von Page im Bundestaat Arizona. Page wurde im letzten Jahrhundert als Arbeiterstadt gegründet, als der Glen Canyon Dam gebaut wurde, um den Colorado River ein weiteres Mal zu stauen (der bekanntere ist der Hoover Dam in der Nähe von Las Vegas).

Wir haben total fast eine Woche in Page verbracht und jeden Tag neue Abenteuer erlebt:


Bootsfahrt auf dem Lake Powell


Vorwärts in den Canyon rein...

... und rückwärts wieder raus

Schwitzen bei 40°C

Upper Antelope Canyon

Den Kindern gefällt die 3-Meilen-Fahrt mit dem Jeep auf Sand am besten. Dem Papa natürlich der Canyon. Und Mamma muss schauen, dass die Kinder nicht den Canyon verzieren... Es ist doch so verlockend.





Jeeptour im Cottonwood Canyon

der Jeep Wrangler nach dem ersten Schlammloch



Verena am Steuer - liebt das Abenteuer


Ausflug an die Nordseite (North Rim) des Grand Canyon

Wir befinden uns auf 8'800 Fuss. Es ist kühl und SEHR windig







Kreuzen eines Maultier-Treks

Auf dem nördlichen Kaibab Trail tief runter in den Canyon

Campen direkt am Lake Powell (Lone Rock)

Am Abend bei Vollmond...

und am frühen Morgen vor dem Sonnenaufgang